8. Landesfachschaftentagung Online 01. und 02. August 2020

Am 01. und 02. August fand die 8. Landesfachschaftentagung zum zweiten Mal online statt. Am Samstag arbeiteten die Vertreter der bayerischen Fachschaften in den vier folgenden Workshops zusammen:

Workshops


Corona und Digitalisierung

Dieser Workshop nahm eine Bestandsaufnahme der digitalen Lehre und der allgemeinen Situation an den Universitäten vor. Im Ergebnis befürworten wir eine schrittweise Rückkehr zur Präsenzlehre unter Beibehaltung des digitalen Angebots. Die juristischen Online Datenbanken müssen weiterhin für alle Studierenden nutzbar sein als Alternative zur Bibliothek. Außerdem sollen Studierende die praktische Studienzeit vor Ende der Vorlesungszeit absolvieren können, damit durch die Verkürzung der Semesterferien kein Nachteil entsteht.

Öffentlichkeitsarbeit

In diesem Workshop wurde die Neugestaltung der Website diskutiert und eine Übersicht unserer aktuellen Themen und Positionen verfasst. Diese wird sobald wie möglich auf der Website zugänglich sein.

Bachelor of Laws

Im Rahmen dieses Workshops wurden die Studienordnungen der Universitäten, die einen integrierten Bachelor of Laws anbieten, verglichen und jeweils die studierendenfreundlichste Regelung herausgearbeitet. Darauf basierend fordern wir, dass die Beantragung des Bachelor of Laws möglichst lange offen stehen soll, aber mindestens bis nach der Absolvierung des Schwerpunktbereichsstudiums.

Uni-Rep

Der Workshop zum Uni-Rep setzte sich mit Möglichkeiten zur Verbesserung und Ergänzung des Uni-Reps auseinander. Im Ergebnis befürworten wir Zusatzveranstaltungen zu effizienten Lernmethoden und Zeitmanagement, sowie ine Ausweitung der psychologischen Beratungsstellen. Dies liegt in der Verantwortung der Universitäten.

Mitgliederversammlung


In der Mitgliederversammlung am Sonntag fand die Wahl zum neuen Vorstand für das kommende Amtsjahr statt. Es wurde jeweils ein Vorstand pro Fachschaft gewählt. Dominik Möst wurde nach 2 Jahren als Vorstand und Vorsitz verabschiedet. Zur neuen Vorsitzenden wurde die jetzige stellvertretende Vorsitzende Leonore Rave von der Fachschaft der Ludwig-Maximilians-Universität München und zur stellvertretenden Vorsitzenden Ilka Henke von der Fachschaft der Universität Bayreuth gewählt.

Wir freuen uns auf die nächste Tagung, die hoffentlich schon als Präsenztagung im November in Regensburg stattfinden wird.

Wir möchten uns erneut herzlich bei allen Teilnehmern bedanken und wünschen allen noch schöne Semesterferien!

7. Landesfachschaftentagung Online 09. und 10. Mai 2020

Am 09. und 10. Mai fand die 7. Landesfachschaftentagung erstmalig online und mit allen sieben bayerischen Fachschaften statt.

Am Samstag arbeiteten die Vertreter der Fachschaften gemeinsam in den folgenden Workshops:

Digitalisierung und Corona

Der Workshop zu Digitalisierung und Corona verglich den Stand der digitalen Lehre an den bayerischen Universitäten und erarbeitete Forderungen für deren erfolgreiche Durchführung.

Sollten die aktuelle Lage und ihre Umstände noch länger andauern, fordern wir eine Verlängerung der Verbesserungsversuchsfrist, sowie ein Recht zur Abmeldung von den Juristischen Staatsprüfungen. Das digitale Lehrangebot soll außerdem unabhängig von einer Rückkehr zur Präsenzlehre in diesem Semester erhalten bleiben.

Wir werden uns außerdem für zusätzliche Mittel für die Digitalisierung an den Universitäten einsetzen, insbesondere für die sehr teuren dauerhaften Zugänge zu juristischen Datenbanken (z.B. beck-online).

Bachelor of Laws

Im Workshop zum integrierten Bachelor of Laws (LLB.) wurden bestehende Konzepte von verschiedenen Universitäten verglichen und ein Rahmen für eine mögliche Umsetzung an den Universitäten geschaffen.

Es soll den Studierenden möglich sein, sich während des Studiums für den zusätzlichen Bachelor of Laws (LLB.) zu entscheiden. Für diesen sollen alle Kurse, die mit einer Prüfungsleistung abgeschlossen werden als ECTS Punkte angerechnet werden und einige zusätzliche Wahlpflichtmodule absolviert werden. Die Schwerpunktseminararbeit soll als Bachelorarbeit angerechnet werden.

Dieser Bachelor soll vor allem Studierende, die in einer späten Phase das Studium abbrechen oder die Juristische Staatsprüfung nicht bestehen, davor schützen ohne Abschluss dazustehen trotz der im Studium erlangten Fähigkeiten.

Uni Repetitorium

Ein weiterer Workshop beschäftigte sich mit der Verbesserung der universitären Repetitorien und gestaltete ein Konzept für eine Online-Umfrage für Studierende. Diese wird demnächst ausgearbeitet und daraufhin an die Studierenden gebracht, um die Stärken und Schwächen der Uni Repetitorien zu ergründen und darauf eingehen zu können.

Harmonisierung

Der Workshop zur Harmoniserung verglich den Studienablauf an den sieben bayerischen Universitäten und kam zu dem Schluss, dass nur geringe Unterschiede bestehen und kein Bedarf für eine vollständige Harmonisierung der Grund- und Mittelphase besteht.

Mitgliederversammlung

In der Mitgliederversammlung am Sonntag wurde vor allem der Entwurf zur Änderung der JAPO diskutiert. Dieser soll am 01. September 2020 in Kraft treten und beinhaltet auch die Nichtanrechnung des Sommersemesters 2020 auf die Freiversuchsfrist.

Außerdem sieht der Entwurf eine Freiversuchsverlängerung von einem Semester für Verfahrenssimulationen („Moot Courts“) und für die Arbeit in Organen und Gremien der Universitäten während mindestens eines Jahres vor. Wir werden uns dafür einsetzen, dass auch die ehrenamtliche Arbeit in „Law Clinics“ mit einer Freiversuchsverlängerung ausgeglichen wird, dies ist in anderen Bundesländern bereits so geregelt.

Die weiteren Änderungen haben wir bereits auf der letzten Tagung in Erlangen diskutiert und dazu Stellung genommen (vorheriger Blogeintrag). Im Entwurf sind diese Änderungen weiterhin vorgesehen.

Die geplante Prüfungsstoffreduzierung der beiden Juristischen Staatsprüfungen soll erst im März 2022 in Kraft treten. Wir werden uns stark dafür einsetzen, dass dies schon früher in Kraft treten wird.

Wir blicken auf eine besonders produktive und schöne Tagung zurück und bedanken uns bei allen, die trotz aller Umstände teilgenommen haben!

6. Landesfachschaftentagung 12.01.2020 Erlangen

Am 12. Januar 2020 traf sich die Rechtswissenschaftliche Landesfachschaft Bayern zur Tagung in Erlangen. Die Fachschaften Regensburg und Augsburg nahmen erstmalig teil und wurden als Mitglieder aufgenommen. Mit ihren sieben Mitgliedern ist die Landesfachschaft nun vollständig.

Es wurde zunächst die Satzung geändert, um zukünftig effektiver außerhalb der Tagungen arbeiten zu können. Dazu wurden Arbeitskreise eingesetzt, die sich ab sofort mit aktuellen Anliegen und Themen auseinandersetzen.

Die fünf auf der Tagung eingesetzten Arbeitskreise sind folgende:

  1. Podcast: Angebot eines monatlichen Podcasts über studienrelevante und insbesondere examensrelevante Inhalte, vorgestellt von Professoren und Dozenten der bayerischen Universitäten
  2. Öffentlichkeitsarbeit: ständige Aktualisierung und Verbesserung des öffentlichen Auftritts anhand der Website, Facebook, Instagram und Veranstaltungen
  3. Bachelor of Laws: Umsetzungsmöglichkeiten und Bedarf eines integrierten Bachelor of Laws LL.B.
  4. Uni-Rep: Probleme und Verbesserungsmöglichkeiten des Uni-Repetitoriums
  5. Harmonisierung: Unterschiede und Harmonisierungsmöglichkeiten des Jurastudiums

Wir diskutierten außerdem die Positionen der Studierenden zum Schwerpunktbereich, zur Digitalisierung der juristischen Staatsprüfungen (E-Examen) und zu den geplanten Änderungen der JAPO. Im Ergebnis sprachen sich alle Mitglieder für einen Erhalt des Schwerpunkts und dementsprechend für die Ablehnung des Beschlusses der Justizministerkonferenz im Herbst 2019 zum Verzicht auf die Gesamtnote aus.

Die geplante Begrenzung des Schwerpunktbereichs auf 10-14 Semesterwochenstunden sehen die Studierenden kritisch, da dieser zeitliche Aufwand langfristig nur schwer die Gewichtung des Schwerpunkts von 30% in der Gesamtnote rechtfertigen kann und somit mit der Begrenzung eine Abwertung des Schwerpunkts einhergeht. Deswegen sprach sich die Mehrheit für eine Begrenzung und Vereinheitlichung des Umfangs auf 16-20 Semesterwochenstunden aus. Die weiteren geplanten Änderungen der JAPO, wie die Pflichtfachstoffreduzierung und die Harmonisierungsmaßnahmen werden befürwortet.

Die Beschlusslage zum E-Examen wurde dahingehend geändert, dass nun eine Prüfung der Umsetzungsmöglichkeiten begrenzt auf die Zweite Juristische Staatsprüfung unter der Bedingung der Wahlmöglichkeit befürwortet wird. Die Umsetzungsmöglichkeiten eines E-Examens für die Erste Juristische Staatsprüfung werden weiterhin sehr kritisch gesehen.

Wir freuen uns auf die nächste Tagung, die voraussichtlich im Mai in München stattfinden wird.

Besprechung mit dem Landesjustizprüfungsamt

Am 10. Oktober waren wir zusammen mit Vertretern des Bundesverbands rechtswissenschaftlicher Fachschaften e.V. (BRF) im Bayrischen Staatsministerium der Justiz zu einem Gespräch mit Vertretern des Landesjustizprüfungsamt eingeladen.

Wir wurden über die geplanten Änderungen der JAPO unterrichtet und schilderten daraufhin die Meinungen der Studierenden zu den einzelnen Änderungen. Bei den Änderungen handelt es sich um die Umsetzung des Beschlusses der Justizministerkonferenz 2017. Darin wird empfohlen die Vorschläge des Berichts des Ausschusses zur Koordinierung der Juristenausbildung umzusetzen.

In Bayern wird der Bericht zum größten Teil umgesetzt werden. Die wesentlichen Änderungen betreffen zunächst die Begrenzung und Harmonisierung der Pflichtstoffkataloge bis 2022. Es soll unter anderem das Reise-, Bau- und Behandlungsvertragsrecht sowie das Unterhalts- und Scheidungsrecht wegfallen.

Außerdem wird zu Harmonisierungszwecken die Gewichtung der mündlichen Prüfung von 25% auf 30% angehoben und die Zahl der Klausuren im zweiten Staatsexamen von 11 auf 9 reduziert werden. Auch der Studienumfang des Schwerpunktbereichs soll angeglichen werden auf 10 – 14 Semesterwochenstunden.

Das E-Examen wird zudem momentan für das zweite Staatsexamen getestet, wird aber nicht vor 2023 zur Praxis werden.

Wir begrüßen die Schritte zur bundesweiten Harmonisierung sehr und freuen uns auf eine zukünftige Zusammenarbeit.